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Bad Cannstatt -Travertinpark und das Mineralwasser





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 Alle Hinweistafeln und Karte des Travertinparks von stuttgart.de

•  Geologische Stationen in Bad Cannstatt und Münster


Weitere Seiten zum Travertinpark

•  Cannstatter Zeitung 08.03.2010 - Travertinpark wird im Mai eingeweiht

•  www.stuttgart.de 19.05.2010 - Der Travertinpark in Bad Cannstatt wurde eröffnet

•  Travertinpark in Stuttgart-Bad Cannstatt, 1. Bauabschnitt

•  Travertinpark im Landschaftspark Neckar

• Treppe von der Haldenstraße hoch zum Hallschlag bereits in Arbeit

• Travertinpark wird erst 2013 weitergebaut

• 17.07.2013 - Travertinpark wird fertig gebaut

• Travertinpark soll im Juli 2014 fertig werden

die-webzeitung.de/stuttgart/2014/04/09/wasser-marsch-fuer-neues-biotop-im-travertinpark/

• 30.7.2014 - CZ - Travertinpark vor der Fertigstellung
• 23:9:2014 - CZ - Travertinpark eröffnet

Travertinpark eröffnet

23:9:2014 -CZ- BAD CANNSTATT: OB Kuhn, Bürgermeister Hahn und Regionaldirektorin Schelling freuen sich über gelungenen zweiten Bauabschnitt

 

Regenschauer und Sonnenschein wechselten sich gestern ab, als der zweite Bauabschnitt des Travertinparks auf dem Sonnenplateau von Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Baubürgermeister Matthias Hahn und Regionaldirektorin Nicola Schelling feierlich eröffnet wurde.

- Von Iris Frey-

Ganz zu Beginn hatten die Kinder das Wort: Schüler der Carl-Benz-Schule sangen mit kräftiger Stimme und führten später noch ein kleines Theaterstück mit einem hungrigen Wolf und einer Eidechse auf. Eidechsen kommen bekanntlich im Travertinpark auch vor. Bürgermeister Hahn begrüßte auch Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler und erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass fast jeder der anwesenden Bezirksbeiräte seit 2007 schon seinen Beitrag zum Travertinpark geleistet habe und dass ohne das Projekt und den Etat der Sozialen Stadt Hallschlag dieser zweite Abschnitt nun nicht hätte eröffnet werden können. So sei 2010 ein Freiraumkonzept für den Hallschlag gestartet worden, so Hahn, auch die Kinder des Mauga Nescht seien dabei mit den Stadtteildetektiven aktiv gewesen. Die neu eingeweihte Treppe zum Travertinpark werde inzwischen gerne genutzt und in vier Wochen werde der Nastplatz wiedereröffnet.

OB Kuhn freute sich über den gelungenen Travertinpark zur Naherholung und dankte auch Regionaldirektorin Nicola Schelling, dass die Region das Projekt mit 140 000 Euro unterstützt hat. Aus dem Etat der Sozialen Stadt Hallschlag kommen 800 000 Euro und 160 000 Euro aus dem Haushalt der Stadt Stuttgart. Der Travertinpark ist nun auf einer Fläche von 3,5 Hektar hergestellt und kostete 1,7 Millionen Euro. Kuhn ging auf das angrenzende Lauster-Areals ein, das die Bezirksbeirats-Grünen und auch der Cannstatter Hans-Peter Kuban sowie Eberhard Rich von der Initiative Umwelt Cannstatt-Münster gerne mit in den Travertinpark einbezogen sähen als wichtiges Denkmal mit Industriegeschichte zum Travertin. Es gibt dazu Anträge der Grünen und Schreiben an OB Kuhn (wir berichteten). Kuhn verwies auf die nicht einfache Finanzierung. „Die Pläne und Wünsche sind uns bekannt“, so der OB zum Lauster-Areal. Er könne noch kein grünes Licht geben, aber er sei dankbar, dass es die Anregungen gebe. Es müsse nur finanziert werden.

Regionaldirektorin Nicola Schelling erklärte in ihrer Rede, dass die Idee des Travertinparks beim Verband Region Stuttgart auf offene Ohren gestoßen sei. Das Ziel, mit dem Landschaftspark die Lebensqualität zu erhöhen, sei passend, zumal der Wohlfühlfaktor in der Stadt auch immer mehr an Bedeutung gewinne. Schelling erinnerte an den 1. Bauabschnitt, der 2008 eröffnet wurde und die Industriegeschichte beleuchte. Projektleiter Oliver Bräuer überreichte Kuhn symbolisch einen Travertinschlüssel, der im Park gefunden worden war. Anschließend wurden die Eröffnungsgäste durch den Travertinpark geführt. Kinder durften Frühjahrszwiebeln pflanzen. Die neuen Wege im Park wurden von den Landschaftsarchitekten Schmid - Treiber - Partner geschaffen. OB Kuhn verwies auch auf den Radweg, der durch den Travertinpark führt und seit 2011 auf der ehemaligen Gleistrasse geschaffen wurde. Er führt bis zum Zuckerfabrik-Areal. Dort sollen in der Freien Kunstschule aus Travertin Kunstwerke für den Park geschaffen werden.

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Travertinpark soll im Juli 2014 fertig werden

08.04.2014 Cannstatter Zeitung - BAD CANNSTATT: Belagsarbeiten und Pflanzungen - Steinbruchsohle am Wochenende geflutet.

Der Travertinpark soll im Juli fertig gebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Momentan gibt es noch Arbeiten im ehemaligen Steinbruch Haas und in der Umgebung.

Der Travertinpark wird derzeit für Besucher zugänglich gemacht. Doch nicht alle Arbeiten konnten während des Winters angegangen werden. Trotz der milden Temperaturen war es so kühl, dass die Eidechsen nicht flüchten konnten. Im April sind nun Belagsarbeiten und Pflanzungen geplant. Dies erklärt Volker Schirner, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts auf Nachfrage. - Von Iris Frey -

„Wir hatten eigentlich einen guten Winter zum Arbeiten“, so Schirner. Dennoch sei es so kühl gewesen, dass Eidechsen nicht flüchten konnten. In Bereichen, wo geschützte Eidechsen sind, ist die Abstimmung mit dem Natur- und Artenschutz wichtig, so der Amtsleiter. Bei Temperaturen ab 15 Grad sind erst die Eidechsen mobil. Der Teich werde noch angelegt, so Schirner und Lehmdichtungen eingebaut. Mit einer Fertigstellung sei im Juli zu rechnen, so der Amtsleiter.

Der Travertinpark soll, wie berichtet, ein Naturerlebnisraum auch für die Öffentlichkeit werden. Und es hat sich schon einiges getan. Erste neue Spazierwege sind entstanden, auch neue Aussichtspunkte mit Steinen und Bank, die einen Überblick auf den ehemaligen Travertinsteinbruch Haas ergeben. Mit einem Bagger im Fuße des Steinbruchs wird die Sohle vorbereitet. Sträucher wurden entfernt und geben neue Einblicke in das Gelände.

Der erste Teil des Travertinparks ist bereits fertig. Er zeigt als offenes Museum die Steinbearbeitung des Travertins. Im zweiten Teil soll nun die Artenvielfalt erlebbar werden. Auch soll der Bereich als Naherholungsgebiet dienen. Im Mai 2010 ist der erste Bauabschnitt, das ehemalige Betriebsgelände der Firma Schauffele, als öffentliche Grünanlage gestaltet worden, auch mit Unterstützung der Region Stuttgart. Dort ist die Geschichte des Travertinabbaus und der Steinbearbeitung beschrieben und werden Werkzeuge und Maschinen gezeigt. Ein neuer Geh- und Radweg führt seit 2011 von der Neckarvorstadt durch den Park. Von der Haldenstraße aus gibt es seit letztem Sommer eine Treppenverbindung auf Höhe des Kraftwerks Münster, die zum Travertinpark hochführt und nun den Namen Römerstaffel erhalten hat. Derzeit wird nun in einem zweiten Bauabschnitt das Gelände des Steinbruchs Haas zugänglich gemacht. Beim Start dieses Bauabschnitts im vergangenen Jahr waren auch Vertreter der letzten Betreiber des Steinbruchs, Eugen und Renate Haas, vor Ort und freuten sich über diese neuerliche Entwicklung des Parks.

Die 2,7 Hektar große Fläche war bislang größtenteils unzugänglich, was die Ansiedlung seltener, auch geschützter Tiere und Pflanzen begünstigt hat. Der Entwurf der Landschaftsarchitekten Thomas Treiber aus Leonberg nimmt darauf Rücksicht und gestaltet einen „Naturerlebnisraum in der Stadt“. „Auch die Besonderheiten des Geländes aufgrund der früheren Nutzung, zum Beispiel Bruchschotterinseln, werden in die Neugestaltung integriert“, betonte Baubürgermeister Matthias Hahn zu Beginn der Arbeiten. Im ehemaligen Steinbruch soll sich ein von Regenwasser gespeister Naturteich entwickeln. Es werden zudem Wege angelegt und Sitzgelegenheiten und Aussichtspunkte geschaffen. Büsche und Bäume werden punktuell ausgelichtet. Es werden aber auch in Zukunft nicht alle Flächen im Park zugänglich sein, um geschützte Rückzugsräume für Tiere zu erhalten. Die Planung wurde in der offenen Bürgerbeteiligung der Sozialen Stadt Hallschlag abgestimmt. Die Umbauten werden mit rund 800 000 Euro Fördermitteln überwiegend aus dem Bund-Länder-Programm finanziert. Bund und Land tragen 60 Prozent der Gesamtkosten. Weitere 150 000 Euro stellt der Verband Region Stuttgart zur Verfügung. 500 000 Euro kommen von Bund und Land. Am Wochenende ist die Sohle des Steinbruchs mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Münster geflutet worden.

 

Travertinpark vor der Fertigstellung - 30.7.2014 - Cannstatter Zeitung

(if) - Der Travertinpark wird noch dieses Jahr fertiggestellt. Die Einweihung ist laut Stadtverwaltung am 22. September 2014 geplant. Genau vor einem Jahr war der Start des zweiten Bauabschnitts mit Baubürgermeister Matthias Hahn gefeiert worden. „Die Neugestaltung des Parks ist eines der wichtigsten Freiraumprojekte der Landeshauptstadt Stuttgart“, so Stadtplanerin Ulrike Bachir, die das Projekt Soziale Stadt Hallschlag koordiniert.

Bei der Eröffnung im Sommer vergangenen Jahres hat ein Künstler mit Kindern des Abenteuerspielplatzes Mauga Nescht das Mosaik einer Mauereidechse hergestellt. Es wurde zum Logo für das Projekt „Natur im Hallschlag“. In der Zwischenzeit hat sich im Travertinpark viel getan. Nicht nur Bäume wurden gerodet, auch der ehemalige Steinbruch abgesichert. Am Rande des Steinbruchs wurden neue Wege geschaffen oder bestehende Wegeverbindungen verbessert. Die Sohle des Steinbruchs ist mit Wasser geflutet worden und damit auch für die Ökologie etwas Besonderes geschaffen.

Im Sommer soll die Anlage fertig sein. „Die Einweihung ist Anfang September geplant“, erklärt Stadtplanerin Ulrike Bachir. Der Travertinpark wird derzeit Stück für Stück zu einem Naherholungsbereich ausgebaut. Zuletzt ist nun der ehemalige Steinbruch Haas so verändert worden, dass er den Besuchern des Parks neue Aussichts- und Erlebnispunkte schafft. Es werden neue Ein- und Ausblicke auf das Gelände sowie Auf- und Abgänge geschaffen.

Das ehemalige Steinbruchgelände wurde seit dem Beschluss des Gemeinderats im Juli 2008 in mehreren Bauabschnitten zu einem Stadtpark weiterentwickelt. Für den ersten Bauabschnitt wurden nach Angaben der Stadtverwaltung rund 455 000 Euro bereitgestellt. Der Travertinpark ist Teil des Landschaftsparks Neckar des Verbands Region Stuttgart. Auch die Region Stuttgart beteiligte sich finanziell an dem Vorhaben. Zuletzt war die neu benannte und gebaute Römerstaffel eingeweiht worden, die von der Haldenstraße aus, der Haltestelle am Müllheizkraftwerk, nach oben zum Travertinpark führt und nun auch Fußgängern eine direkte Verbindung bietet, auch zu den Weingärtnern und dem nahen Römerkastell sowie dem Spielplatz und den Bürgergärten. Auch für Radfahrer wurde ein extra Weg in den Park geschaffen.

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http://die-webzeitung.de/stuttgart/2014/04/09/wasser-marsch-fuer-neues-biotop-im-travertinpark/

- 9.4.2014 -

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15.05.2014 Cannstatter Zeitung

Travertinpark im Sommer 2014 fertig

BAD CANNSTATT: Einweihung ist Anfang September geplant - Bürgerbeteiligung befürwortet Bebauungsplan Römerkastell


(if) - Die Arbeiten im Travertinpark kommen gut voran. Das erklärt Stadtplanerin Ulrike Bachir. Im Sommer soll die Anlage fertig sein. Die Einweihung ist Anfang September geplant.


Der Travertinpark befindet sich auch im Sanierungsgebiet der Sozialen Stadt Hallschlag und soll nun Stück für Stück zu einem Erlebnisbereich ausgebaut werden. Zuletzt nun ist der ehemalige Steinbruch Haas, der so verändert wird, dass er den Besuchern des Parks neue Aussichts- und Erlebnispunkte schafft. Dazu wurden neue Blickbeziehungen geschaffen sowie Auf- und Abgänge. Kürzlich wurde auch ein kleiner See an der Sohle des Steinbruchs geschaffen, der für die Ökologie etwas Besonderes ist und zudem natürlich auch optisch noch für Spiegelungen sorgt und damit neue Blicke auf das Steinbruchgelände ermöglicht. Das ehemalige Steinbruchgelände wurde seit dem Beschluss des Gemeinderats im Juli 2008 zu einem Stadtpark weiterentwickelt.

Für den ersten Bauabschnitt wurden nach Angaben der Stadtverwaltung rund 455 000 Euro bereitgestellt. Die Landschaftsarchitekten Welsner & Welsner gestalteten zunächst das „Schauffele-Gelände“ im vorderen Teil des Parks um. Neue Wege und ein Spielplatz wurden dort angelegt, Metallteile konserviert und Sitzmöglichkeiten geschaffen. Für den Erhalt der Steinbearbeitungsgeräte im Park hatten sich Auszubildende der Mahle AG engagiert (wir berichteten). Somit ist die Steinbearbeitung noch immer zu sehen mit den entsprechenden Geräten. In 1300 Stunden setzten die Auszubildenden die marode Kranbahn wieder instand. Die Sitzbänke wurden von Jugendlichen entworfen und in einer Werkstatt der Daimler AG gefertigt. Auch die Region Stuttgart beteiligte sich an dem Vorhaben.

 

Zuletzt war die Römerstaffel eingeweiht worden, die von der Haldenstraße aus, der Haltestelle am Müllheizkraftwerk, nach oben zum Travertinpark führt und nun auch Fußgängern eine direkte Verbindung bietet, auch zu den Weingärtnern und dem nahen Römerkastell sowie dem Spielplatz und den Bürgergärten. Auch für Radfahrer wurde ein extra Weg in den Park geschaffen.

Die Bürgerbeteiligung der Sozialen Stadt Hallschlag hat gestern Abend die Pläne für den Bebauungsplan des Römerkastells vorgestellt bekommen. „Sie haben die Pläne begrüßt, hätten sich aber gerne einen DM-Markt im Römerkastell gewünscht“, so Bachir.

Cannstatter Zeitung 17.9.2013
Lauster-Areal in Travertinpark integrieren

BAD CANNSTATT: Großes Interesse am „Unbequemen Denkmal

Der Steinbruch Lauster war erstmals am Tag des offenen Denkmalsfür Besucher zugänglich. „Das Interesse war groß“, sagt Hans Peter Kuban, der mit Professor Friedrich Grimm, einem Enkel von Fritz Lauster, und Roland Schreglmann von der Unteren Denkmalschutzbehörde die Führungen durchführte. Von Iris Frey -

Lauster
Diese historische Aufnahme aus den 1920-er Jahren zeigt die große Dimension des Lauster-Steinbruchs. Hinten ist die Zuckerfabrik zu sehen. Foto: Archiv-Lauster/ H.P.Kuban

 

Hans Peter Kuban hat sehr viel über den Steinbruch Lauster und die Firma geforscht. Das Interesse kommt nicht von ungefähr: Mit Steinen hat er sich schon als Zehnjähriger beschäftigt. Ein Glücksfall sei es gewesen, dass er eine Lehrstelle bei Lauster bekam als Steinkaufmann dort tätig war und sein Hobby zum Beruf machen konnte. Kuban war bis zum Konkurs der Firma 1974 dort tätig und hat sich auch um das Firmenarchiv gekümmert. Beeindruckt habe ihn, was Fritz Lauster für die Industrialisierung im Natursteingewerbe getan habe mit vielen technischen Errungenschaften. Lauster habe da Pionierarbeit geleistet und sei Vorbild für die fortschrittliche Steingewinnung geworden, sagt Kuban. Begeistert sei er von der Vielfalt, wie Steine produziert werden. Zudem sei Fritz Lauster ein offener, ehrlicher und sozialer Mensch gewesen. Der Steinbruch Lauster ist 1987 unter Denkmalschutz gestellt worden. Gegründet wurde die Firma 1805. Schon damals bildeten Travertinvorkommen in der Umgebung von Cannstatt und Münster die Grundlage des Betriebs, so Kuban.

Im Jahr 1902 gekauft

1902 wurde der Blattnersche Steinbruch durch Adolf Theodor Lauster gekauft. Bereits 1929 habe sich die Firma in Konkurrenz mit der gesamten deutschen Steinindustrie behaupten können, weiß Kuban. Die Firma hat sich auf die Förderung der maschinellen Gewinnung und Verarbeitung von Natursteinen spezialisiert.

 

1924 wurde auf der Markung Münster ein großes Gelände zur Errichtung eines neuzeitlichen Steinwerks gekauft und in den folgenden Jahren große Werkhallen, sowie ein Büro- und Wohngebäude gebaut. 1929 waren 7 Steinsägevollgatter, 15 Fräsmaschinen, 6 Schleifmaschinen und 3 Diamantkreissägen in Betrieb. Mit 8 Mann wurde 1919 begonnen, 1924 zählte das Unternehmen 100 Mann und 1939 waren es 563 Mitarbeiter.


Das Werk Münster wurde mit dem auf Markung Bad Cannstatt 30 Meter tiefer gelegenen Steinbruch durch einen unterirdischen Stollen verbunden. Lauster habe großen Wert auf schöne Fabrikhallen gelegt, was heute noch sichtbar ist. Kuban bedauerte, dass die Besucher die große Fabrikhalle nur von außen besichtigen konnten. „Es ist eine Halle wie eine Kathedrale“, so Kuban. Das erste Bürogebäude sei Bauten der Müllverbrennungsanlage zum Opfer gefallen, so Kuban.

Heute ist der Steinbruch Grabungsschutzgebiet. Der Reststeinbruch darf nicht aufgefüllt werden. Kuban schätzt am Cannstatter Travertin seine optische Schönheit und, dass er resistent ist gegen Umwelteinflüsse und witterungsbeständiger sei. Für das wertvolle Kulturdenkmal will er sich stark machen. Auch mit Blick darauf, dass es hinter der Lauster-Villa einst eine schöne Gartenanlage geben habe. Kuban würde sich eine Ausdehnung des Travertinparks wünschen, der das große Werk mit dem Lauster-Steinbrauch auch mit umfasst, in dem heute eine Müllsortierungsfirma zu finden ist. „Gebäudeteile werden nicht so erhalten, wie es wünschenswert wäre“, sagt Kuban. Er habe mit dem Besitzer darüber gesprochen.

 

14 Travertinsäulen

 

Die Führung am 8. September lautete „Das unbequeme Denkmal“. Die 14 Travertinsäulen gehören ebenfalls zur Geschichte. Abgesehen dass sie von Albert Speer während der Zeit des Nationalsozialismus für ein Denkmal am Mussolini-Platz in Berlin bestimmt waren, verkörperten die 14 Säulen eine technische Innovation, weil sie damals aus vollem Material mit einer Stahlbohrtrommel mit Diamant herausgeholt wurden. Das sei damals eine absolute Neuheit gewesen. Eine Säule wiege 92 Tonnen. Sie stehen unter Denkmalschutz.

Kuban könnte sich vorstellen, dass eines Tages der Rundgang durch den Travertinpark auch das Lauster-Areal mit einschließe. Dazu hofft er, dass der Travertinpark diese Möglichkeit bietet und dass mit dem jetzigen Besitzer des Lausterareals verhandelt wird, die denkmalgeschützte Halle betreten zu können. Für eine historische Belegung etwa der alten Fabrikhalle könnte er ebenfalls sorgen: Er weiß von vier alten historischen Steinbearbeitungsmaschinen, die ihm kostenlos überlassen würden. Sie stammen aus den 30er Jahren und stammen von einer namhaften Herstellerfirma aus Kirchheim/Teck. Kuban hofft, ein politisches Votum für diese Pläne zu bekommen, auch, dass die Stadt die denkmalgeschützte Lauster-Villa kauft. So hat er auch einen Film aus dem Jahr 1938 zum Bau der Sägereihalle, der auch die Herstellung der 14 Säulen zeigt und den er zur Verfügung stellen würde, wenn dieser im Travertinpark gezeigt würde. Am jetzigen Travertinpark hat er sich auch eingebracht und an den Schautafeln mitgearbeitet. Er begrüßt den Beginn dieser Arbeiten und würde sie weiter entwickeln.

Cannstatter Zeitung 7.8.2013 - THEMA TRAVERTINPARK

Beim Abbau historische Sensation erlebt

BAD CANNSTATT: Renate und Eugen Haas erinnern sich an die Arbeiten im Steinbruch in den 80er-Jahren - Kopf eines Waldelefanten entdeckt

 

Wo sich heute Eidechsen auf Schotterinseln sonnen dürfen, wurde einst mehr als 100 Jahre lang Travertin abgebaut. Eine schwere Arbeit, die aber auch eine historische Sensation bereit hielt. Daran erinnern sich noch Renate und Eugen Haas, die kürzlich beim Baustart für den Naturerlebnisraum Travertinpark dabei waren. - Von Iris Frey -

 

„Ich war Angestellter der Firma Haas“, sagte Eugen Haas. Zwei Brüder haben das Unternehmen geleitet. Das Ehepaar freut sich, was nun daraus wird, dass damit die Ära Steinbruch noch im Nachhinein interessant ist. So ein Park habe Bad Cannstatt noch gefehlt.Haas war sehr oft im Steinbruch. Eugen Haas ist Bauingenieur und hat in Stuttgart studiert. Er hat sich um Aufmaße und Schablonen gekümmert und die Baustelle betreut. Er war Technischer Leiter der Firma Haas von 1966 bis 1990. Danach hat er als freier Architekt gearbeitet. 1990 wurde die Firma Haas verkauft. Der Travertin dort war ausgeschöpft. Als eindrucksvolles Erlebnis schildern sie den Fund eines Waldelefanten-Kopfes im Jahr 1980. Renate Haas erinnert sich noch genau an die sensationelle Entdeckung. „Alles wurde abgesperrt, Medien kamen, der Stern und der Rundfunk.“ Die Arbeit im Steinbruch musste drei Wochen lang eingestellt werden. Spezialisten der Uni Hohenheim hätten die Stelle untersucht. Heute ist der Kopf des Waldelefanten im Museum am Löwentor zu sehen. Forscher Reinhard Ziegler hat in einem Aufsatz den Fund beschrieben: Der Schädel ist etwa 130 Zentimeter hoch. Aus dem Durchmesser von fast 20 Zentimetern könne man schließen, dass der Schädel zu einem gewaltigen Bullen mit langen und starken Stoßzähnen gehörte. „Der kräftige Stirnwulst konnte hier erstmals bei einem mitteleuropäischen Waldelefanten nachgewiesen werden. Er bezeugt die enge Verwandtschaft mit dem asiatischen Waldelefanten Elephas namadicus“, so Ziegler. Alle Stuttgarter Waldelefanten waren in Travertin eingebettet, die hier gefunden wurden.

 

Der Förderverein Urmenschmuseum in Steinheim an der Murr berichtet auf seiner Homepage über die Funde im Steinbruch Haas: „Hier wurden bei Grabungen des Landesdenkmalamts in den Jahren 1980-82 eine Unzahl von Stein­werkzeugen von Urmenschen sowie große Mengen von Knochen und Zähnen verschiedener Beute­tiere gefunden. Eine besonders bemerkenswerte Entdeckung war 1980 ein mächtiger Schädel eines Waldelefanten, dessen Bergung und anschließende Präparation besondere Methoden erforderte.“ „Es war spannend mit dem Elefant, auch wurden viele Teile, Zähne und Knochenstücke gefunden“, so Renate Haas. Man kann im Steinbruch auch gut erkennen, wie der Travertin in großen Blöcken abgebaut wurde. Es war keine einfache Arbeit, weiß das Ehepaar Haas. Ein Sprengmeister war im Einsatz. Zuletzt waren bei der Firma Haas eigenen Angaben zufolge 20 bis 25 Arbeiter im Einsatz. Selbst der Erbsenbrunnen in der Marktstraße wurde aus Travertin hergestellt. „Den hat der Großvater von meinem Mann angefertigt“, sagt Renate Haas, „auch den Brunnen im Cannstatter Kurpark mit dem Sauerwasser.“ Die Travertinabbau-Firma hatte Ludwig Christian Haas 1877 vom Vater übernommen. Sie ist also älter als 100 Jahre. In den nächsten Monaten wird nun aus der ehemaligen Travertinabbau-Stelle ein Naturerlebnisraum mit Aussichtsplattformen. Die ursprüngliche Idee dazu hatte einst die Studentin Regine Gorgas, deren Vorschläge vor mehr als zehn Jahren in den Bezirksbeirat eingebracht wurden.


Cannstatter Zeitung 7.8.2013 - THEMA TRAVERTINPARK
Der Travertinhandel blühte ab den 1920er-Jahren


(if)
- Aus der handgeschriebenen Chronik des Großvaters Eugen Haas geht viel über die Firmen und den Travertinabbau in Bad Cannstatt hervor. Hier Auszüge aus dem Haas‘schen Firmenarchiv, zur Verfügung gestellt von Renate und Eugen Haas. Eugen Haas ist der Sohn von Erich Haas, der mit Hans Haas das Unternehmen führte.

 

Der Großvater Eugen Haas hat zwei Tage nach seiner Hochzeit am 14. Juli 1902 mit dem Steinbruchbesitzer Adolf Lauster bei einer Versteigerung mit dem dazugehörigen Tuffsteinbruch des Friedrich Blattner für 56 000 Mark gekauft. 1905 eröffnete Haas oberhalb des Eisenbahnviadukts einen Sauerwasserkalkbruch. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Zimmermannsche Steinbruch beim Viadukt gekauft. Daneben war der Steinbruch bei der Ziegelei Höfer bis 1910 in Betrieb.

 

Am 12. April 1918 beriet der Gemeinderat Münster ein Baugesuch von Eugen Haas zur Erstellung eines Steinbruchwerkes zu seinem Steinbruch beim Viadukt und genehmigte es. Im Oktober 1920 kauft er das Nachbargrundstück Parzelle 569,2 mit 47 à 10 Quadratmeter zur Eröffnung eines Steinbruchs. Es kam zur Weiterentwicklung der maschinellen Bearbeitung des Steins mit Steinsägegatter und Torpedosägen, die eingebaut wurden. In den 20er Jahren wurden Mauersteine-, Treppen- und Bodenbeläge, Fensterbänke, Steinmetz- und Bildhauerarbeiten in allen Teilen Deutschlands beliebt. Ende der 20er-Jahre kamen die Außenwände von Bauten mit Naturstein auf, die seitherigen Steinbrüche reichten nicht mehr aus. Anfang der 30er-Jahre wurde ein weiterer Steinbruch hinter der Zuckerfabrik eröffnet. Neben Travertin wurden andere Gesteinsarten geschätzt.

 

Die Firma Eugen Haas kaufte ab 1935 auch Steinbrüche unter anderem in Riedeöschingen bei Donaueschingen mit rotem Travertin, in Eibelstadt bei Würzburg mit fränkischem Muschelkalk, in Möhren bei Trendlingen mit Jura-Marmor und einen weiteren mit Kalktuff. Die Söhne Erich Karl Haas (*2. 12. 1905), Hans Alfred Haas (*14. 2. 1907) und Kurt Haas (*26. 1. 1910) halfen in den 20er-Jahren dem Vater beim Ausbau der Firma zu einem modernen Betrieb. Die Belegschaft beim Großvater um 1900 betrug bis zu 30 Mann, sie stieg bis zum Ersten Weltkrieg auf 40 bis 50 Mann. Nach dem Ersten Weltkrieg startete die Firma mit fünf Arbeitern, 1939 wurden 80 bis 100 Beschäftigte gezählt. Kurt Haas verunglückte 1941. Im Zweiten Weltkrieg gab es schwere Beschädigungen. 1947 starb Eugen Haas. Seine Söhne Erich und Alfred übernahmen den Betrieb.

 

Neben den eigenen Brüchen wurde Rohmaterial wie Marmor, Granit, Quarzit aus vielen Ländern Europas verarbeitet. Der heimische Travertin ging in Rohbrocken nach Nord- und Südamerika, Südafrika und Japan.

Folgende Innen- und Außenverkleidungen von Gebäuden wurden von der Firma Eugen Haas ausgeführt: das Postamt in Cannstatt, das Innenministerium, das Schloss Rosenstein, das Landtagsgebäude, die Deutsche Bank und der Mittnachtbau in Stuttgart, weitere Bankgebäude in Esslingen, Göppingen, Aalen, Backnang, Ravensburg und Friedrichshafen und Postämter in Koblenz, Bingen, Hamburg, Braunschweig, Freiburg, Bochum. In Berlin war Travertin als Grabstein beliebt, heißt es in den Aufzeichnungen.

Cannstatter Zeitung vom 15.10.2012

Travertinpark wird erst 2013 weitergebaut

Bad Cannstatt: Artenschutz-Gutachten hat für Verzögerungen gesorgt

(if) – Der Travertinpark wird weiter entwickelt. Nachdem nun die Treppe erfolgreich eingeweiht wurde, gibt es weitere Pläne, die Steinbrüche erlebbar zu machen. „Die Mittel sind alle bewilligt“, sagt Ulrike Bachir vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung. „Die Finanzierung steht“, sagt Bachir. Die Kosten betragen rund 670 000 Euro für den zweiten Bauabschnitt. Die Kosten werden zu einem erheblichen Teil über die Soziale Stadt und zu einen Anteil über Fördermittel der Region Stuttgart getragen. Die Mittel aus beiden Fördertöpfen sind bewilligt. Das ehrgeizige Ziel lautet, so Bachir: Baubeginn März 2013, falls das nicht klappt, erst nach der Eidechsenfortpflanzungszeit zu Beginn des Sommers 2013.

Bei der Weiterentwicklung der Pläne habe es Verzögerungen gegeben wegen des Artenschutzgutachtens, so die Stadtteilkoordinatorin der Sozialen Stadt Hallschlag. Bekanntlich sind dort in dem Gebiet die geschützten Zaun- und Mauereidechsen sowie Wildbienen zu finden. Die Mauereidechse ist auf der Roten Liste zu finden. So ist auch der neue Radweg im Travertinpark, der im Sommer vergangenen Jahres eingeweiht wurde, darauf eingestellt. Spezielle LED-Leuchten am Wegrand dimmen nachts, wenn niemand unterwegs ist, ihre Helligkeit herunter – der seltenen Tiere wegen.

Geplant war ursprünglich, noch vor der Sommerpause in die gemeinderätlichen Gremien zu gehen. „Die Weiterentwicklung des Travertinparks soll auch zur Aufwertung des Wohngebiets dienen“, erklärt Bachir. Es solle ein schönes Naherholungsgebiet für den Hallschlag und darüber hinaus werden, da es auch die Stadtteile miteinander verbinde. Der Radweg sei schon hergestellt auf der alten Gleistrasse. „Alle einzelnen Bausteine dienen der Aufwertung des Wohnumfeldes und der Infrastruktur“, erklärt Bachir. So soll der Steinbruch Haas, erlebbar gemacht und der Travertinplatz zwischen Bottroper Straße und Schauffele-Gelände mit einbezogen werden. Trampelpfade sollen besser befestigt, der Hauptweg asphaltiert werden.

Es gibt Planungen der Stadtverwaltung für Aussichtsplattformen. Auch gibt es die Überlegung, am Grund des Steinbruchs eine Wasserfläche zu schaffen. „Das könnte schöne Spiegeleffekte geben“, erklärte Stadtplaner Hermann Degen kürzlich. Doch die Wasserfläche diene auch dem Schutz der Wand, damit man die Sohle des Steinbruchs nicht begehen kann. Doch noch sind nicht alle Überlegungen abgeschlossen und müssen noch geprüft werden. So wird es auch Absicherungsmaßnahmen für den Steinbruch geben mit Geländern, damit niemand abstürzt. Die Planung läuft mit dem Garten- , Friedhofs- und Forstamt zusammen. Indes soll bei dem Projekt auch daran gedacht werden, die Bürgergärten in dem Gebiet mit Wasseranschlüssen zu versehen, bestätigt Bachir. Am Bolzplatz hinter dem Mauganescht sollen die Sanierungsarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

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CZ 17.07.2013 - Travertinpark wird fertig gebaut

BAD CANNSTATT: Baubürgermeister Matthias Hahn gab den Start für den zweiten Bauabschnitt - Umbau kostet 800 000 Euro


Der Travertinpark soll ein Naturerlebnisraum werden. Gestern hat Baubürgermeister Matthias Hahn bei strahlendem Sonnenschein im Beisein einiger Vertreter der Stadt, der Sozialen Stadt und Bezirksbeiräte, das Startsignal für den zweiten Bauabschnitt gegeben und die große Bautafel enthüllt. - Von Iris Frey -


Die Arbeiten gehören zum Bund-/Länderprogramm „Die Soziale Stadt Hallschlag“. Der erste Teil des Travertinparks zeigt wie ein offenes Museum die Steinbearbeitung des Travertins. Im zweiten Teil soll nun die Artenvielfalt erlebbar werden.Schon heute ist der Travertinpark zwischen den Weinbergen oberhalb Cannstatts und dem Wohngebiet Hallschlag ein beliebtes Ziel für Stadtbewohner auf der Suche nach Erholung. Im Mai 2010 ist der erste Bauabschnitt, das ehemalige Betriebsgelände der Firma Schauffele, als öffentliche Grünanlage gestaltet worden auch mit Unterstützung der Region Stuttgart. Dort ist die Geschichte des Travertinabbaus und der Steinbearbeitung beschrieben. Sie wird durch die ausgestellten Werkzeuge und Maschinen gezeigt.

Ein neuer Geh- und Radweg führt seit 2011 von der Neckarvorstadt durch den Park. Von der Haldenstraße aus gibt es seit letztem Sommer eine Treppenverbindung auf Höhe des Kraftwerks Münster, die direkt zum Travertinpark hochführt. „Der zweite Bauabschnitt wird das Gesamtprojekt nun vervollständigen“, kündigte Hahn an.Im Osten des Hallschlags liegt das Gelände des ehemaligen Steinbruchs Haas. Vertreter der letzten Beitreiber des Steinbruchs, Eugen und Renate Haas, waren gestern auch vor Ort. Sie freuten sich über die Entwicklung des Parks. Die 2,7 Hektar große Fläche ist heute größtenteils unzugänglich, was die Ansiedlung seltener, auch geschützter Tiere und Pflanzen begünstigt hat. Der Entwurf der Landschaftsarchitekten Thomas Treiber aus Leonberg nimmt darauf Rücksicht und gestaltet einen „Naturerlebnisraum in der Stadt“.

 

„Auch die Besonderheiten des Geländes aufgrund der früheren Nutzung, zum Beispiel Bruchschotterinseln, werden in die Neugestaltung integriert“, betonte Hahn. Im ehemaligen Steinbruch soll sich ein von Regenwasser gespeister Naturteich entwickeln. Es werden zudem Wege angelegt und Sitzgelegenheiten und Aussichtspunkte geschaffen.Büsche und Bäume werden punktuell ausgelichtet. Es werden aber auch in Zukunft nicht alle Flächen im Park zugänglich sein, um geschützte Rückzugsräume für Tiere zu erhalten. Hahn lobte den Entwurf deshalb als „besonders wertvollen Meilenstein im Rahmen der Stadtteilentwicklung im Hallschlag und als Gewinn für die Stadt insgesamt“.
Die Planung wurde in der offenen Bürgerbeteiligung der Sozialen Stadt Hallschlag abgestimmt. Die Umbauten werden mit rund 800 000 Euro Fördermitteln überwiegend aus dem Bund-Länder-Programm finanziert. Bund und Land tragen 60 Prozent der Gesamtkosten. Weitere 150 000 Euro stellt der Verband Region Stuttgart zur Verfügung. 500 000 Euro kommen von Bund und Land. Die Arbeiten werden vom Gartenbauamt umgesetzt. Georg Schiel vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt hielt gestern Pläne bereit, um Interessierten die Umsetzung zu erklären. Kinder durften Eidechsen basteln - Tiere des Travertinparks.

DIE GESCHICHTE DES TRAVERTINPARKS - Cannstatter Zeitung 11.04.2012

Travertinpark soll ein Naturerlebnisraum werden

BAD CANNSTATT:
Treppe von der Haldenstraße hoch zum Hallschlag bereits in Arbeit


Vor kurzem haben die Arbeiten zum Bau der Verbindungstreppe vom Travertinpark bis zum Kraftwerk Münster in der Haldenstraße und auch zur U 14 begonnen, wie Claus Strobel vom Tiefbauamt erklärt. Damit wird ein weiterer Teil der Pläne für das Gebiet verwirklicht.
Von Iris Frey

„Die Dauer der Arbeiten schätzen wir witterungsabhängig bis Mitte Mai ein“, so Strobel. Mit dabei berücksichtigt sind die Osterferien, die dazwischen liegen. Zu den Kosten erklärt er: Die reine Treppe kostet 150 000 Euro, dazu kommen Beleuchtung und sonstige Arbeiten mit 55 000 Euro. Die Baumaßnahme insgesamt kostet 205 000 Euro. Nach Angaben von Hermann Degen vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung soll in diesem Jahr noch der zweite Teil des Travertinparks in Angriff genommen werden.

So soll auch der Steinbruch Haas erlebbar gemacht werden und der Travertinplatz zwischen Bottroper Straße und Schauffele-Gelände. Es gibt Planungen der Stadtverwaltung für Aussichtsplattformen. Auch gibt es die Überlegung, am Grund des Steinbruchs eine Wasserfläche zu schaffen. „Das könnte schöne Spiegeleffekte geben“, erklärt Degen. Doch die Wasserfläche diene auch dem Schutz der Wand, damit man die Sohle des Steinbruchs nicht begehen kann. In dem Gelände befinden sich unter anderem die Zaun- und die Mauereidechse.Die Mauereidechse steht auf der Roten Liste und ist europaweit geschützt. So ist auch der neue Radweg im Travertinpark, der im Sommer vergangenen Jahres eingeweiht wurde, darauf eingestellt mit speziellen LED-Leuchten, die sich nachts der Tiere wegen wieder herunterdimmen in ihrer Helligkeit, wenn niemand unterwegs ist.

Auch Gritta Rotter vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung erklärt: „Wir sind derzeit mit dem Artenschutz beschäftigt und warten auf eine Stellungnahme des Regierungspräsidiums.“ Bevor diese nicht da sei, könne der Vorentwurf nicht in den Gremien gezeigt werden. Geplant ist, noch vor der Sommerpause in die gemeinderätlichen Gremien damit zu gehen, damit danach die Ausschreibung erfolgen kann.„Es wird keine Parkanlage, sondern ein Naturerlebnisraum“, betont Rotter. Was vorhanden ist, soll belassen und zugänglich gemacht werden. Es wird einen Bereich geben, in dem der Travertin angeschaut werden kann. Die Einbauten, die vorgenommen werden, hängen dann natürlich mit dem Artenschutz zusammen, betont Gritta Rotter. Das Projekt werde auch von der Region Stuttgart gefördert. Die Bewilligung hierfür liege dem Amt bereits vor. Außerdem soll es über Sanierungsmittel der Sozialen Stadt finanziert werden.

Die Geschichte des Travertinparks

Die Entwicklung des Travertinparks hat eine längere Vorgeschichte: Zuerst gab es eine Studienarbeit von Regine Gorgas zu dem Gebiet, die auch im Bezirksbeirat Bad Cannstatt großen Beifall fanden. Es folgten Begehungen im Gebiet und konkrete Überlegungen, Vorschläge von Gorgas mit aufzunehmen. Im Jahr 2008 hat dann der Gemeinderat beschlossen, den Park, die Industriebrache, in der Travertinstein abgebaut und verarbeitet wurde, zu einem Stadtpark zu entwickeln. Der erste Bauabschnitt, in dem auch die industriellen Travertinbearbeitungsanlagen als begehbarer Industriepark gezeigt werden, hat 455 000 Euro gekostet. Der Verband Region Stuttgart unterstützte das Projekt mit 185 000 Euro.

Der Travertinpark ist im Mai 2010 eingeweiht worden. Auch die Mahle AG hatte mit ihren Auszubildenden dazu beigetragen, dass die verschiedenen Anlagen zur Bearbeitung des Travertins wieder saniert und erhalten bleiben. „Star Care“ von der Daimler AG hatte mit Mahle Sitzmöglichkeiten geschaffen. Der Radweg durch den Park wurde dann bis zur Bottroper Straße gebaut und kostete 270 000 Euro. Im Juni 2010 wurde das Sanierungsgebiet der „Sozialen Stadt Hallschlag“ erweitert und der Travertinpark mit aufgenommen samt Jugendhaus. Neben dem Travertinpark gibt es in Bad Cannstatt verschiedene Travertinstationen vom Veielbrunnen bis zum Uffkirchhof, die in einem Führer aufgelistet sind, der in Verantwortung des einstigen Gartenbauamts-Chef Werner Koch entstanden ist.

Cannstatter Zeitung vom 8.03.2010

DER TRAVERTIN
Travertinpark wird am 19. Mai 2010 eingeweiht

08.03.2010 - BAD CANNSTATT:
Umgestaltung der alten Industrieanlage der Firma Schaufele fast fertig.

Der Plan rund um den Travertinpark wird Zug um Zug verwirklicht. Erste Ideen dazu hatte vor einigen Jahren die Cannstatter Studentin Regine Gorgas geliefert. Jetzt hat die Stadtverwaltung den ersten Bereich rund um die alte Industrieanlage des Natursteinwerks Schaufele fast fertig gestaltet.


Von Iris Frey

Im Mai soll dort die Einweihung gefeiert werden, wie Werner Koch, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts erklärt. In den letzten Wochen und Monaten waren hier die Umgestaltungsarbeiten im Gange. Die alte Industrieanlage zeigt noch heute, wie die Travertinsteine verarbeitet wurden. Die verschiedenen Maschinen und Betriebseinrichtungen wurden von Lehrlingen der Firma Mahle wieder auf Vordermann gebracht und konserviert. Weithin sichtbar ist nun die große Kranbahn, die einst zum Transport der Steine benutzt wurde. Auch eine Steinkreissäge gibt es unter anderem noch. Rund um diese Anlage, deren Gelände die Stadt gekauft hat, wurde der Platz gestaltet und an der Hangkante ein besonderer Aussichtspunkt geschaffen. Treppenanlagen führen zu den Weinbergen. Steinmauern, die neu aufgerichtet wurden, haben auch eine naturschutzfachliche Bedeutung, weil die Trockenstrukturen geschützten Tierarten Heimat bieten, erklärt Hermann Degen vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung. Hier sollen auch Ausgleichsmaßnahmen stattfinden, so Degen.


Eine Gehweg-, Radwegverbindung aus Richtung Altenburger Steige entstand. „Noch bevor im Mai das Einweihung gefeiert wird, müssen nun noch in den nächsten Wochen die Vegetationsarbeiten gemacht werden“, erklärt Koch. Auch der Spielplatz müsse noch begrünt werden. Eine Beschilderung fehlt bislang ebenso, ist aber laut Koch bereits in Auftrag gegeben.Noch ist nicht alles verwirklicht, was in den Plänen rund um den Travertinpark steht. So wurden weitere Abschnitte wie die Treppe zur Haldenstraße und die Erschließung des Steinbruchs zurückgestellt, wie Degen erklärt. Dafür sind laut Degen Gelder für die Fortführung des Radwegs bereitgestellt. So soll es eine Verbindung von der Altenburger Steige bis zum Zuckerfabrik-Areal geben. Der Weg befindet sich auf der Trasse der ehemaligen Güterbahngleise zwischen der Haldenstraße und der Bottroper Straße. Er soll eine wichtige Lücke im Wegenetz im Neckartal schließen.

Auch Degen verweist darauf, dass sich im Gebiet rund um den Travertinpark schon mehr getan hat: So wurden in der Hartensteinstraße zusammen mit der Carl-Benz-Schule Bürgergärten eingerichtet. Bereits im Jahr 2006 war der Spielplatz an der Altenburger Steige eröffnet worden mit der Skateranlage und Möglichkeiten zum Ballspielen. Zum Travertinpark gehört auch die Grünanlage am Mombach, die die Stadt in den achtziger Jahren gekauft hat. Dort liegt der Quelltopf der Mombachquelle.

 

Was die Erschließung des Steinbruchs Haas im Travertinpark betrifft, so wird hier möglicherweise im Sommer noch eine Entscheidung fallen. So wird versucht, erklärt Koch, das Gebiet mit in das Bund-Länder-Förderprogramm „Die soziale Stadt Hallschlag“ mit aufzunehmen. Wenn dies gelingt, können auch hier noch Gelder fließen. Koch ist sehr zufrieden, dass das alte Industriedenkmal so erhalten bleiben konnte und die Umgestaltung begonnen hat. Der Steinbruch ist 1916 von Eugen Haas westlich der Bahnanlagen zur damaligen Zuckerfabrik eröffnet worden. Betreiber war bis zum Kauf durch die Stadt die Eugen Haas GmbH. Hier wurde Travertin in geringem Umfang bis zur Aufgabe des Steinbruchs vor wenigen Jahren gebrochen. Die Steinbruchwände und die angrenzenden Vegetationsbestände sind auch aus Gründen des Artenschutzes von großer Bedeutung. Deshalb ist der Steinbruch Haas auch als besonders geschütztes Biotop kartiert.

Der Travertin

Der Travertin ist so bedeutend für Bad Cannstatt, weil die Entstehung des Travertins, auch Sauerwasserkalk genannt, eng im Zusammenhang mit den Mineralwässern steht, die entlang der geologischen Verwerfungszone bei Bad Cannstatt und Münster zu Tage treten. Travertin ist eine junge Gesteinsart. Sie entstand während der Warmzeiten des Pleistozäns. Dort wurde aus dem aufsteigenden, stark mit Kalziumcarbonat angereicherten Wasser beim Austritt an die Erdoberfläche unter Druckentlastung Kalciumcarbonat als Travertin ausgefällt.

Die verschiedenen Lagen mit weichen Gesteinsschichten sind ein Zeichen für die Temperaturschwankungen von Kälteperioden und geringerer oder ohne Kalkausfällung. Schon die Alemannen und Römer nutzten Travertin. Der Abbau des Travertins begann Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Steine wurden für Weinbergmauern genutzt. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es etwa ein Dutzend Steinbrüche in der Gegend. Viele Häuser in Cannstatt, Münster und Stuttgart wurden aus Travertin gebaut.

 

Der Stuttgarter Mineralwasserschatz

Quelle:http://www.stuttgart.de/kbb2/menu/187521
Kaum eine Großstadt ist von der Natur so reich beschenkt worden wie Stuttgart. Das trifft in besonderem Maß für den Bad Cannstatter und Berger Mineralwasserschatz zu, der täglich in einer Menge von bis zu 44 Millionen Litern aus dem Untergrund entspringt. Nicht umsonst stellen die Bad Cannstatter und Berger Mineralquellen nach Budapest das zweitgrößte Mineralwasservorkommen in Europa dar.

Während das Mineralwasser früher in natürlichen Quelltöpfen - den so genannten Sulzen - ausfloss, wird es heute mit 19 Brunnen in verschiedenen geologischen Schichten gefasst. Sie erschließen Mineralwasser, Solen, Säuerlinge und sogar Thermalwasser mit einer Schüttung von täglich 22 Millionen Litern. Zwölf der Muschelkalk-Brunnen und eine thermale Sole aus dem Buntsandstein und Kristallin sind als Heilquellen staatlich anerkannt. Zusätzlich tritt über die Hälfte des gesamten Mineralwasserschatzes unerkannt und ungenutzt in den Neckar oder in den Kieskörper der Neckartalaue über.

Das Stuttgarter Mineralwasser - Herkunft und Entstehung - pdf -Teil 1

Das Stuttgarter Mineralwasser - Herkunft und Entstehung - pdf - Teil 2
• Die Vielfalt der Wässer - pdf -

 

Mombachquelle  Steinbruch Haas  Haas
Sulz der Mombachquelle - stillgelegter Travertin-Steinbruch Haas - Fotos:Enslin

19.05.2010 www.stuttgart.de

Der Travertinpark in Stuttgart-Bad Cannstatt wurde eröffnet

Der ehemalige Steinbruch in Bad Cannstatt, in dem Steinbearbeitungsgeräte nun in grünen Wiesenflächen die Industriegeschichte Stuttgarts versinnbildlichen, ist die erste Grünanlage dieser Art in Stuttgart.

 

Über viele Jahrzehnte wurde der Travertin, der an dieser Stelle im Boden ansteht, abgebaut. Er schmückt in der ganzen Welt bedeutende Gebäude, in Stuttgart z.B. die Staatsgalerie oder den Mittnachtbau. Mineralreiches Wasser läuft durch die Gesteinsschichten und ist für die Entstehung des Travertins verantwortlich. Der besondere Gesteinsuntergrund hat eine lange Entstehungsgeschichte, so dass in den Schichten des Travertins auch die siedlungs- und kulturhistorische Entwicklung Stuttgarts nachvollzogen werden kann.

 

Besonders reizvoll ist die Lage der Grünanlage, in der Nähe des Hallschlags, wo sich ein herrlicher Blick auf Bad Cannstatt bietet. So bestätigte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster bei der Eröffnung der Grünanlage am Mittwoch: "Es gibt keinen schöneren Platz, die geologische und kulturhistorische Entwicklungsgeschichte Stuttgarts der Öffentlichkeit zu präsentieren und erfahrbar zu machen."

 

Zur Eröffnung waren Regionalräte und Stadträte sowie weitere Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft gekommen, um das Gemeinschaftsprojekt des Verbands Region Stuttgart, der Stadt Stuttgart, der Mahle AG und STAR CARE (Daimler AG) feierlich einzuweihen. Der Verband Region Stuttgart hatte die Realisierung mit 185.000 Euro unterstützt.

 

Die Regionaldirektorin Jeannette Wopperer enthüllte deshalb eine Stele, die auf den Landschaftspark aufmerksam macht. "Der Verband Region Stuttgart setzt sich intensiv für die Entwicklung von Landschaftsparks ein. Der Travertinpark ist dabei ein attraktiver Baustein neben vielen anderen Projekten in der Region Stuttgart. Ich freue mich, dass wir durch die gemeinsame Initiative die Naherholung entscheidend verbessern können und die Lebensqualität für die Menschen weiter steigern."

Das ehemalige Steinbruchgelände wurde seit dem Beschluss des Stuttgarter Gemeinderates im Juli 2008 zu einem attraktiven Stadtpark entwickelt. Für den ersten Bauabschnitt wurden 455.000 Euro bereitgestellt. So konnte das "Schauffele-Gelände" durch die Landschaftsarchitekten Welsner & Welsner, Nürtingen, umgestaltet werden. Ein Spielplatz wurde für das gerade entstehende Wohngebiet vorgesehen. Neue Wege wurden angelegt, Metallteile konserviert und Sitzmöglichkeiten mit Hilfe der Unterstützung der Firma Mahle und STAR CARE geschaffen.

 

Für den Erhalt der Steinbearbeitungsgeräte im Park hatte sich z.B. die Firma Mahle mit einer Gruppe Trainees zusammen mit Herrn Professor Lawrow aus Petersburg eingebracht. Im Jahr 2008 haben Auszubildende der Firma Mahle mit einem Einsatz von 1.300 Stunden die Metallteile der Kranbahn gesichert und instand gesetzt. Die Sitzbänke wurden von der Stiftung STAR CARE im Jahr 2008 übergeben. Diese wurden von Jugendlichen selbst entworfen und in einer Werkstatt auf dem Werksgelände der Daimler AG gefertigt.

 

Schon heute sind weitere Bauabschnitte geplant. Es ist vorgesehen das Steinbruchgelände begehbar zu machen und einen Radweg sowie eine Treppe zur Neckartalstraße und zur U-Bahnhaltestelle zu bauen. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt plant, die entsprechenden Mittel für den kommenden Doppelhaushalt anzumelden.

 

Zusatzinformation:
Die Stuttgarter Parks, Grün- und Freizeitanlagen tragen zu einem bedeutenden Maß zur Identifikation der Stadt bei und werden nach aktuellen Umfragen von den Stuttgartern und ihren Gästen als besonderes Qualitätsmerkmal wahrgenommen. Für die Unterhaltung und Pflege der zirka 958 Hektar Grün- und Freizeitflächen werden jährlich zirka 19,5 Millionen Euro inklusive aller stadtinternen Kosten aufgewendet, dies entspricht einem Aufwand von ca. zwei Euro je Quadratmeter.

Park  Park  Park  Park
Relikte aus der Travertinbearbeitung der Firma Schaufele - Fotos: Enslin
Park  Park  Park 
Maschinen im Travertinpark der ehemaligen Firma Schaufele - Fotos: Enslin